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Nährstoffe

Basiswissen Ernährung

 

Nährstoffe

Die mit der Ernährung aufgenommenen Kalorien (kcal) sind in 3 Makronährstoffen enthalten: den Kohlehydraten, den Proteinen und den Lipiden.Die Kohlehydrate sollten 50-55% der täglichen Energie, die Proteine 10-15%, die Lipide 30-35% der täglichen Energie liefern.

Diese 3 Makronährstoffe müssen täglich mit der Nahrung zugeführt werden. Auch Alkohol liefert Energie, im Gegensatz zu den anderen drei Nährstoffen ist der Alkohol für den Organismus aber durchaus entbehrlich. Deswegen ist er in den Empfehlungen auch nicht aufgeführt.

Zusätzlich zu den 3 wichtigsten Makronährstoffen benötigt der Organismus täglich auch Mikronährstoffe. Dies sind Nährstoffe, die zwar keine Energie liefern, für den Organismus aber unverzichtbar sind: Vitamine, Mineralstoffe und Wasser
 

Kohlehydrate

Die Kohlehydrate sollten bei einer ausgewogenen Ernährung 50-55 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen.

Man unterscheidet zwischen Lebensmitteln, die reich an komplexen Kohlehydraten (stärkehaltige Nahrungsmittel) und solchen, die reich an einfachen Kohlehydraten sind (Zucker, Früchte, Süsswaren etc.). Bei einer ausgewogenen Ernährung sollten die komplexen Kohlehydrate an erster Stelle stehen.

Die Kohlehydrate enthalten Glukose, den von den Muskeln bevorzugten Treibstoff ; denn die aus der Glukose stammende Energie kann von den Muskeln am einfachsten verwertet werden. Der Organismus kann in den Muskeln und der Leber in bestimmtem Umfang Glukosereserven in Form von Glykogen anlegen.
Allerdings sind diese Glykogenreserven eher bescheiden (250 – 400 g) und je nach Belastungsintensität nach 30 bis 90 Minuten praktisch vollständig aufgebraucht.

Der glykämische Index (GI) ist ein Mass dafür, wie schnell ein Nahrungsmittel den Blutzuckerspiegel (den Zuckergehalt im Blut) anzuheben vermag.
Je niedriger der GI eines Nahrungsmittels ist, umso langsamer erfolgt die Erhöhung des Blutzuckerspiegels und umso länger bleibt diese erhalten, und umgekehrt, je höher der GI eines Nahrungsmittels ist, umso schneller und kürzer ist die Erhöhung des Blutzuckerspiegels.
Für eine gute Verwaltung des Kohlehydratvorrats vor, während und nach der Belastung ist es wichtig, den GI der Nahrungsmittel zu kennen.

Glykämischer Index (GI) einiger Nahrungsmittelgruppen:

  • Niedriger GI (< 40): Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen etc.), Früchte wie Äpfel oder Orangen, Milch, Joghurt, Fruktose, Trockenaprikosen etc.
  • Mässiger/mittlerer GI (40 70): al dente gekochte Teigwaren, Reis, Brot, Früchte wie Bananen oder Trauben, die meisten Gemüse, Schokolade, Eiscreme, Kartoffeln, Getreideriegel, Weintrauben etc.
  • Hoher GI (> 70): Glukose, Gemüse mit hohem Zuckergehalt wie Karotten, Honig, gezuckerte Frühstücksflocken, Waffeln etc.


Ballaststoffe (Nahrungsfasern)

Die Ballaststoffe spielen im Organismus eine funktionelle Rolle und liefern keine Energie. Sie werden aber dennoch zu den Kohlehydraten gezählt, weil ihre Moleküle die chemische Struktur von Kohlehydratmolekülen aufweisen.

Lösliche und unlösliche Ballaststoffe:

  • • haben für Sportler dieselbe Bedeutung wie für die Allgemeinbevölkerung. Man sollte sie eher ausserhalb der Wettkampfphasen und im selben Mass zu sich nehmen (mind. 15 g/Tag, idealerweise 25-35 g/Tag). Verstopfung kann viele Ursachen haben: Stress, restriktive oder unausgewogene Ernährung (Übermaß an "raffinierten" Nahrungsmitteln), Reisen. Neben dem Trinken von "verdauungsfördern¬den" Mineralwässern sind die Erhöhung und Überwachung des Ballaststoffkonsum empfehlenswert.
  • • beeinflussen die Magen- und Darmentleerung.


Lipide

Lipide sollten bei einer ausgewogenen Ernährung 30-35 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Die lipidreichsten Lebensmittel sind die Fette (Öle, Butter, Margarinen etc.). Lipide findet man aber auch in bestimmten anderen Lebensmitteln (in Wurstwaren, fettem Fleisch, Vollfettkäse, frittierten Speisen, Backwaren).

Die Fettsäuren (Bestandteile der Lipide) können vom Organismus ebenfalls für die Energiegewinnung genutzt werden; die verwendeten Fettsäuren stammen vorwiegend aus dem Fettgewebe; sie können jedoch von den Muskeln während einer intensiven körperlichen Betätigung nicht genutzt werden.

Unter Extrembedingungen (Expeditionen in kalten Regionen, Aufenthalt im Hochgebirge etc.) kann der Lipidbedarf erhöht sein. Mit Einnahme lipidreicher Nahrungsmittel kann solchen Situationen teilweise begegnet werden. 

Proteine

Proteine sollten bei einer ausgewogenen Ernährung 10-15 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Proteine sind essentielle Bestandteile des Organismus, insbesondere der Muskeln. Die proteinreichsten Lebensmittel sind Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Soja.

Bei den Sportarten, die auf den Abbau von Körperfett oder die Erhöhung der Muskelmasse ausgerichtet sind, spielen die Proteine für den Muskelaufbau, aber auch für die Kompensation des Muskelverlustes bzw. um dem Muskelabbau nach der Belastung entgegenzuwirken, eine große Rolle.

Im Allgemeinen kann der erhöhte Proteinbedarf mit der täglichen Ernährung abgedeckt werden (die übliche Proteinzufuhr von täglich 1 g pro Kilo Körpergewicht kann bei Ausdauersportarten auf täglich 1,5 g oder 2 g/kg gesteigert werden). Bei gewissen Sportarten wie Krafttraining, Kraftsport etc., bei denen der Proteinbedarf auf täglich 2-2,5 g/kg ansteigen kann, kann eine proteinhaltige Nahrungsergänzung ins Auge gefasst werden.

Die erhöhte Proteinzufuhr zwecks Aufbau von Muskelmasse sollte jedenfalls mindestens 6 Monaten dauern und täglich 3 g/kg nicht überschreiten (um Leber- oder Nierenprobleme zu vermeiden). Damit sie wirksam ist, muss sie natürlich mit einem entsprechenden Training verbunden sein, ohne dass auf Anabolika zurückgegriffen wird.